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Bahnhof Untermaubach

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Der Bahnhof Untermaubach auf einer Postkartenansicht aus dem Jahre 1906

1903: In 34 Minuten von Düren nach Untermaubach für 30 Pfennige, Hunde für 20 Pfennige


Eröffnung des Bahnhofs Untermaubach



Von Dr. Gereon Blum

Untermaubach (gb). Am 30. Mai 1999 eröffnete die Dürener Kreisbahn die neue Haltestelle Untermaubach mit einem großen Bahnhofsfest. Vor 96 Jahren wurde hier schon einmal ein neuer Bahnhof eingeweiht.


Die Dürener Volkszeitung schrieb am 28. Juli 1903:

"Den Bewohnern der an der Kreuzauer Bahnlinie gelegenen Häuser unserer Stadt werden wohl schon manchmal die endlosen Güterzüge aufgefallen sein, welche seit Wochen Tag für Tag ungezählte Waggons mit Kies in der Richtung nach Kreuzau führen zum Bahnbau Kreuzau-Heimbach, ein Beweis dafür, mit welch fieberhafter Tätigkeit an der Fertigstellung dieser Strecke gearbeitet wird, soll dieselbe doch schon wenigstens bis Blens am 1. August 1903 dem Betrieb übergeben werden."

Drangvolle Enge

Bereits am ersten Sonntag nach der Eröffnung wurden allein am Bahnhof Düren über 1500 Fahrkarten für die Strecke gelöst. Sonderzüge aus Köln brachten Woche für Woche Hunderte Naherholungssuchende in die Eifel.

"Auf allen Stationen drängte das Publikum in Massen zu den letzten Zügen, die im Nu überfüllt waren, in drangvoll fürchterlicher Enge standen die Passagiere, die in dem Wagen keinen Platz mehr gefunden hatten, auf den Plattformen, ja teilweise auf den Trittbrettern."

Wirtschaftlicher Aufschwung

Nach Fertigstellung der Rurbrücke wurde Untermaubach im Warenumschlag zum wichtigsten Bahnhof der Rurtalbahn. Mehrere Güterzüge, beladen mit den Produkten der Hochkoppelmühle, der Sauerstoffwerke, der Holzindustrie und mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen verließen Untermaubach täglich. Bis zu 15 Reichsbahner arbeiteten im Bahnhof Untermaubach.

Zerstörung im 2. Weltkrieg

Im September 1944 wurde der Bahnhof durch Fliegerangriffe fast vollständig zerstört. Eine Wellblechbaracke diente nach dem Krieg als provisorische Unterkunft für die Bahnbediensteten und das Bahnhofsrestaurant Hefter.

Nach Wiederherstellung der zerstörten Brücken konnte die Gesamtstrecke bis Heimbach erst ab Oktober 1950 wieder befahren werden.

Niedergang

Durch den Einbau automatischer Weichen konnten in den 50er Jahren die Fahrdienstleiter eingespart werden, Fahrkartenverkauf erfolgte nur noch im Zug, der Güter- und Posttransport wurde ganz eingestellt, die Stationen verwaisten. In den 70er und 80er Jahren schließlich ging das Gespenst der Streckenstillegung um.

Rettung durch die DKB

Erst die Übernahme der Gesamtstrecke durch die Dürener Kreisbahn brachte die Rettung für die Rurtalbahn. RegioSprinter, Sonderzüge und Dampflokomotiven bringen heute zunehmende Zahlen von Ausflüglern in die Erholungsgebiete an der Rur.

Dem heutigen Touristen bietet sich das gleiche Bild wie dem Chronisten der Dürener Volkszeitung im Juli 1903:

"Stumm schaut das auf dem höchsten dieser Felsen (Hochkoppel) stehende, kunstvoll geschmiedete Kreuz hinüber auf Bahnhof und Ort Maubach, auf Schlagstein und hinauf zu den kiefergekrönten Felsen des Höhenberges, von dessen Zinne man einen unvergleichlichen Blick hinab ins Tal, zurück auf das im Sonnenglanz daliegende Düren hinaus in die rheinische Ebene genießt."

Neuer Bahnhof

Auch der Bahnhof Untermaubach bietet wieder ein ansehnliches Bild. In monatelanger, teilweise nächtlicher Arbeit, erneuerte die Kreisbahn die gesamten Gleis- und Signalanlagen im Bahnhofsbereich und errichtete einen neuen Bahnsteig, der am 30. Mai eingeweiht wurde.

Die alte Wartehalle kann jetzt anderweitig benutzt werden.. Sie ist das einzige Relikt, das aus der guten alten Zeit der Rurtalbahn den Krieg überstanden hat. Bis 1948 diente sie anderen Zwecken, sie beherbergte die Bahnhofstoilette.